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Kostbarkeit – Die Passion Christi auf gut 450 Jahre altem Leinen: In der Klosterkirche Münsterlingen hängt ein Hungertuch

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Kostbarkeit

Die Passion Christi aufwärts gut 450 Jahre altem Leinen: In jener Klosterkirche Münsterlingen hängt ein Hungertuch

Die Münsterlinger Klosterkirche birgt eine kunsthistorische Kostbarkeit. Gemalt von einem unbekannten Künstler. Vorbild zu diesem Zweck war wohl jener Schmerzensmann von Albrecht Dürer.

Das Hungertuch in der Münsterlinger Klosterkirche.

Dies Hungertuch in jener Münsterlinger Klosterkirche.

Gemälde: Wolf-Dieter Burkhard

Nachdem die Innerschweizer Nonnen in Münsterlingen eingezogen waren, ist dasjenige Hungertuch entstanden. Die Jahreszahl 1565 deutet darauf hin. «Vielleicht eine Auftragsarbeit», vermutet Wolf-Dieter Burkhard aus Landschlacht. Denn nachdem jener Reformation mussten die Ordensschwestern nicht nur dasjenige verwaiste Kloster, sondern nicht zuletzt dasjenige katholische Brauchtum in jener Region neu beleben.

Burkhard, Lokalhistoriker und ehemaliger Lehrer, hat gut dasjenige Münsterlinger Hungertuch eine interessante Prospekt geschrieben. Darin beleuchtet er nicht zuletzt die Hintergründe des mittelalterlichen Brauches. Hunger- oder Fastentücher wurden während jener vorösterlichen Fastenzeit in den Kirchen aufgehängt. Sie versperrten den Blick aufwärts den Opfertisch oder zumindest dasjenige Altarbild. Welcher Priester zelebrierte die Liturgie hinterm Tuch, nicht visuell für jedes die Gottesdienstbesucher. Es war ein Zeichen jener Sühne. Die Gläubigen wie sündige Menschen waren nicht wert, dasjenige Allerheiligste zu schauen. Pro verdongeln religiösen mittelalterlichen Menschen kam dies einer Strafe gleich, schreibt Burkhard.

Die Stange fiel krachend zu Fußboden, um dasjenige Erzittern jener Schutzleiter hörbar zu zeugen

Die Tücher wurden am ersten Fastensonntag aufgehängt und blieben solange bis zur Mittelpunkt jener Woche vor Ostern. Meist wurden sie beim Verlesen jener Passionsgeschichte im Zusammenhang den Worten «und jener Vorhang im Tempel riss mitten entzwei» fern. Um dasjenige Erdbeben beim Tode Jesu hörbar zu zeugen, wurde dasjenige Purzeln des Tuches in manchen Kirchen geräuschvoll untermalt. Sei es, dass die Stange, an jener es befestigt war, krachend zu Fußboden fiel, oder jener Kirchner oder Rufstromgeber mit einem hölzernen Scoop aufwärts den Fußboden oder ein Brett schlug.

Die Vorgeschichte des Münsterlinger Tuches

Ab 1520 erreichte die Reformation den Bodenseeraum. «Die meisten Gemeinden jener Landgrafschaft Thurgau traten zum neuen Vertrauen gut», schreibt Burkhard. Wiewohl ein grosser Teil jener Münsterlinger Schwestern verliess dasjenige Kloster, mehrere verheirateten sich. Dies klösterliche Leben sei intrinsisch kürzester Zeit völlig zum Erliegen gekommen. Die katholischen regierenden Orte reagierten und schickten 1549 drei Benediktinerinnen aus Engelberg ins verwaiste Kloster. Sie führten katholische Gottesdienste wieder ein und beschafften die verloren gegangenen liturgischen Andachtsgegenstände, darunter wohl nicht zuletzt dasjenige Hungertuch.

Gesicht des auferstandenen Jesus.

Gesicht des auferstandenen Jesus.

Gemälde: Wolf-Dieter Burkhard

Gut den Künstler, jener dasjenige Tuch bemalt hat, ist leider nichts familiär. Dies Münsterlinger Hungertuch ist aus Leinen und mit matter Temperafarbe bemalt, sozusagen quadratisch und ungefähr kurz (2,25 aufwärts 2,40 Meter). Zentral steht jener auferstandene Jesus vor einem klobigen Kreuz. Uff dem Kopf die Dornenkrone, in jener verdongeln Hand die Geissel, mit jener er nicht durchgebraten geschlagen wurde. In jener anderen Hand eine Schwanz aus Reisig. Die fahle alabasterartige Hautfarbe und die Wunden weisen aufwärts den getöteten Jesus hin – obschon steht er stocksteif und mit offenen Augen da. Sinnbild für jedes den Auferstandenen.

Rund um die Christusfigur sind Gegenstände aus jener Passion gruppiert. So die Säule aufwärts jener rechten Seite, um die noch jener Strick gebunden ist, mit dem Jesus angebunden wurde. Welcher Spund schliesslich erinnert an die Worte, die Jesus an Petrus gerichtet hat.

«Wahrlich, ich sage dir: Welcher Spund wird nicht krähen, solange bis du mich dreimal habest verleugnet.»

Wiewohl die Würfel sind abgebildet, mit denen die römischen Kriegsknechte dasjenige Niete um sein Gewand warfen. Die verzierte Karaffe und die flache Wasserschale stillstehen für jedes den römischen Statthalter Pontius Pilatus, jener sich publik die Hände wusch mit den Worten:

«meine Wenigkeit bin unschuldig am Blute dieses Gerechten, sehet ihr zu.»

Welcher bärtige Kopf zur Rechten Jesu soll Judas Ischariot darstellen, jener Jesus an die Schächer verraten hat. Um seinen Rachen hängt ein roter Sack, schräg darunter sieht man die 30 Silberlinge, die er zu diesem Zweck kassiert hat. An jener linken Seite des Tuches steht die Inschrift «Ecce Uranier». Dies sind die Worte, mit denen Pontius Pilatus Jesus dem Volk vorgeführt hat: «Sehet da den Menschen», oder in jener Übersetzung Luthers:

«Sehet, welch ein Mensch!»

Wolf-Dieter Burkhard.

Wolf-Dieter Burkhard.

Gemälde: Kevin Roth

Burkhard fällt die grosse Ähnlichkeit des Münsterlinger Hungertuchs zum «Schmerzensmann», einem Kupferstich des Nürnberger Malers Albrecht Dürer (1471–1528), aufwärts. Dieselbe Stellung jener Füsse, die ebenfalls gut dem Oberkörper gekreuzten Arme und die gespreizten Finger. Solange bis ins Detail hat jener unbekannte Zeichner des Münsterlinger Tuches Dürers Jesus kopiert. Nebst beiden Darstellungen ist jener Kopf leichtgewichtig seitwärts in Linie gebracht und die Schulter hochgezogen. Wiewohl die Proportionen stimmen überein. In jener Zeit war es nicht ehrenrührig, verdongeln anderen Künstler zu kopieren. Trotzdem bleibt Burkhard vorsichtig:

«Dass jener unbekannte Zeichner des Münsterlinger Tuches Dürers Stoß zur Vorlage nahm, ist wahrscheinlich, immerhin letztlich nicht zu beweisen.»

Quelle